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Donnerstag, 2. September 2010

Der Konjunktiv - Teil 4: Dialektunterschiede

Lösung der gestrigen Übung:

Er wird lernen. = Ai do të mësojë.
Du wirst putzen. = Ti do të pastrosh.
Sie wird putzen lernen. = Ajo do të mësojë të pastrojë.
Wir werden nicht vergessen. = Ne nuk do të harrojmë.

Ist dir beim dritten Satz aufgefallen, dass der Konkunktiv zwei Mal verwendet werden muss? Zuerst für die Zukunft, dann für die Verbindung zweier Verben!

Viele Albaner, sowohl aus Albanien als auch aus dem Kosovo, lassen bei der Bildung des Futur das "do" weg. Beispiel: "Ai do bëjë një punë të mirë." = "Er wird gute Arbeit machen."

Die den anderen beiden Anwendungen des Konjunktiv (also als Infinitiv und zur Verbindung zweier Verben) werden bei kosovarischen Sprechern ganz anders gebildet, nämlich nach dem Muster: "me punu", "me shku" etc.

Beispiele:

Infinitiv: Es ist gut, albanisch zu lernen. = Është mirë me mësu shqip.
Konjunktiv: Ich kann in die Schule gehen. = Unë mundem me shku ën shkollë.

Betrachten wir den zweiten Beispielsatz genauer, fällt uns ein weiterer Unterschied auf. Wir hatten ja eigentlich gelernt, dass "mund" = "können" nicht dekliniert wird. Im Kosovarischen jedoch ist es rückbezüglich und wird sehr wohl dekliniert! Wir werden die Endungen der rückbezüglichen Verben später noch lernen (ti mundesh, ai mundet, ...).

Außerdem wird die Präposition "në" = "in" von Kosovaren meistens als "ën" ausgesprochen.

Vergleichen wir "mund të shkojë" mit "mundet me shku" fällt uns also auf, dass die albanischen Dialekte nicht nur unterschiedliche Vokabeln, sondern durchaus auch Unterschiede in der Grammatik aufweisen. Wahrscheinlich gibt es deswegen eigene Kauderwelsch-Ausgaben für Schrift-Albanisch und für Kosovo-Albanisch.

Montag, 5. Juli 2010

Fragen

Beginnen wir die neue Woche mit dem Thema Fragen. Zuerst einige Fragewörter:

kush = wer
ku = wo
nga = woher
si = wie
sa = wie viele
kur = wann
çfarë = was
pse = warum

Einige Infos zu den Vokabeln: nga heißt als Fragewort "woher", in einem Aussagesatz aber auch "aus". Beispieldialog: Nga je ti? - Unë jam nga Vjenë. (Woher bist du? Ich bin aus Wien.)

çfarë wird oft auch zu ç' abgekürzt. In Albanien begrüßt man sich zB gern mit "ç'kemi?", wörtlich "was haben wir?" im Sinne von "was läuft?"

Im Kosovo-Albanischen gibt es zumindest zwei Besonderheiten. So wird çfarë dort zu çka und si wird zu qysh.

Beispielfragen:

Kush është ky? = Wer ist das?
Ku banon ti? = Wo wohnst du?
Si je? = Wie geht's?
Qysh je? = Wie geht's? (kos.)
Sa kushton? = Wieviel kostet es?
Çfarë po bën? = Was machst du gerade?
Çka po bën? = Was machst du gerade? (kos.)

Fragen, die mit "Ja"/"Nein" beantwortet werden können, bekommen ein "a" vorangestellt. Die Frage "Arbeitest du?" würde daher "A punon ti?" lauten. Viele Albaner fragen zur Begrüßung "Si je, a je mirë?". Der zweite Teil der Frage ist eine Ja-/Nein-Frage, daher das "a".

A kupton? (Verstehst du?)

Dienstag, 22. Juni 2010

Verben auf -oj

Es gibt eine große Gruppe von Verben, die alle nach dem gleichen Schema gebildet werden. Präge dir daher diese Endungen gut ein, du wirst sie in praktisch jedem Satz brauchen können. Die zweite Tabelle enthält ein paar Beispiele für Verben aus dieser Gruppe:

albanischdeutschalbanischdeutsch
unë punojich arbeitemësonlernen
ti punondu arbeitestshikonsehen
ai/ajo punoner/sie arbeitetlexonlesen
ne punojmëwir arbeitenjetonleben
ju punoniihr arbeitenkërkonsuchen
ata/ato punojnësie arbeitenmendondenken

Hinweise:
  • Die Betonung liegt immer auf dem o (punój, jetóni, mendójmë). Und Achtung bei "lexoj": das x spricht man nicht wie im Deutschen aus ("ks"), sondern als stimmhaftes "ds"!
  • Das Albanische kennt keinen Infinitiv (Nennform, also das Verb ohne Person, z.B. "sehen", "suchen"), deshalb wird in den Wörterbüchern meist die dritte Person Einzahl verwendet, wie auch ich es hier gemacht habe.
  • Für schon etwas Fortgeschrittene: was dem Infinitiv wohl noch am Nähesten kommt, ist im kosovarischen Albanisch die Form "me mësu". Im Standard-Albanisch wird dafür die Konjunktivform "të mësosh" verwendet.