Links

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogs Blogverzeichnis

Freitag, 24. Juni 2011

Verben - passiv / reflexiv

C hat gefragt: mendohem, largohem, takohem, das ist die passiv form von den verben. wann wende ich diese form an? und wie ist die satzstellung?

Im Albanischen werden die passiven und die reflexiven Verben genau gleich gebildet.

Passiv heißt, dass du es nicht selber machst, sondern "gemacht wirst", also z.B. "ich werde beraten", "die Tür wird geschlossen", "die Briefe werden geschrieben"

Reflexiv, auch rückbezüglich, heißt, dass man sich selbst etwas macht, z.B. "ich freue mich", "er entfernt sich", "wir treffen uns".

Da also passiv und reflexiv genau gleich gebildet werden, zeigt immer erst der Zusammenhang im Satz, um welche der beiden Formen es sich handelt.

Gebildet werden diese Verben so: unë -em, ti -esh, ai/ajo -et, ne -emi, ju -eni, ata/ato -en. Wenn der Stamm des Verbs auf einen Selbstlaut endet, kommt noch ein h davor.

Zum Beispiel "beraten werden" / "sich beraten":

Unë këshillohem
Ti këshillohesh
Ai/ajo këshillohet
Ne këshillohemi
Ju këshilloheni
Ata/ato këshillohen

Im Albanischen gibt es Verben, die immer nur passiv/reflexiv verwendet werden, anders als im Deutschen. Zum Beispiel heißt "ich antworte" auf Albanisch "unë përgjigjem". Oder vielleicht weißt du schon, was "bitte" auf Albanisch heißt? "Të lutem" - das ist auch passiv/reflexiv.

Noch eine interessante Eigenheit: manche Verben ändern ihre Bedeutung, wenn man sie passiv/reflexiv verwendet. z.B. "unë mësoj" heißt "ich lerne", aber "mësohem" heißt "ich gewöhne mich". Oder "bëj" heißt "machen", aber "bëhem" heißt "werden".

Abschließend wieder ein paar Übungssätze:

Die Tür wird geschlossen. Die Briefe werden geschrieben. Ich freue mich. Er entfernt sich. Wir treffen uns. Sie bereitet sich vor. Das Kind wird gewaschen.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Verben - die drei Konjugationsklassen

Ich gehe heute auf C's Fragen nach den verschiedenen Klassen von Verben ein. Man kann drei Klassen unterscheiden, die ersten zwei habe ich schon früher beschrieben:

1. Klasse: enden auf Selbstlaut + j, meist -oj, aber auch -ej, -aj, -ëj

2. Klasse: enden auf Konsonant (Mitlaut), z.B. jap, dal, vjedh

3. Klasse: enden auf Selbstlaut. Schauen wir uns die etwas genauer an:

Meistens sind es einsilbige Verben, z.B. pi = trinken, di = wissen, vë = setzen, stellen, legen, lë = lassen

Man konjugiert sie so: unë -0, ti -0, ai/ajo -0, ne -më, ju -ni, ata/ato -në
(Mit -0 ist gemeint, dass gar keine Endung dazukommt.)

Zum Beispiel trinken:

Unë pi
Ti pi
Ai/ajo pi
Ne pimë
Ju pini
Ata/ato pinë

Ich denke, das ist von der Theorie her nicht viel Neues für dich; fassen wir zusammen: achte darauf, ob das Verb auf -j endet (1. Klasse), auf einen Mitlaut (2. Klasse) oder auf einen Selbstlaut (3. Klasse). Klar gibt es Ausnahmen, aber die werden wir schon noch kennen lernen. Schau dir die Erklärungen zu den einzelnen Klassen nochmal an, und dann geht's ans ÜBEN!

Hier ein paar Sätze zum Üben - gleich kombiniert mit ein paar Vokabeln. Schick mir deine Lösung doch als Mail oder poste sie gleich hier als Kommentar - wie es dir lieber ist ;-)

Wir arbeiten viel. Er trinkt Wasser, sie isst Fleisch. Ich weiß (es) gut. Ihr seht den Garten. Peter und Monika gehen aus dem Haus hinaus. Wir nehmen einen Zug. Du fragst viel. Sie (ata) machen Lärm. Ihr sprecht schnell. Sie schreibt einen Brief. Wir spielen Fußball. Jetzt verstehe ich!

Dienstag, 21. Juni 2011

Startschuss: C's Fragen

Mirëdita!

Nach einem sehr ausgedehnten Winterschlaf werde ich wieder aktiv. Grund dafür ist die liebe C aus der Schweiz, die sich vorgenommen hat, Albanisch zu lernen, weil ihr Freund aus dem Kosovo stammt. Sie absolviert gerade einen Albanisch-Kurs, und weil sie so wissbegierig ist, haben wir zusätzlich vereinbart, dass sie mir Fragen per E-Mail schickt, die ich nach und nach hier beantworten werde, damit andere Leser auch etwas davon haben ;-).

C steht schon einmal vor dem Problem, dass ihr Freund einen Kosovo-Dialekt spricht. Wenn er sich Mühe gibt, kann er Hochalbanisch sprechen, aber kann die grammatikalischen Regeln nicht erklären (wer kann das schon von der eigenen Sprache?). Es ist tatsächlich ein bisschen schwierig, da der Unterschied zwischen Hochalbanisch und Dialekt sehr groß sein kann. Auf Hochalbanisch kann ich mich meistens fließend unterhalten (auch mit Kosovaren, die allermeisten verstehen es), aber wenn Kosovaren miteinander im Dialekt reden, verstehe ich nach wie vor Vieles nicht.

Ich würde dir raten, beides parallel zu lernen. Beschäftige dich mit der Standard-Sprache, denn da gibt es mehr Bücher, Kurse, etc. Besprich dann das, was du gelernt hast, mit deinem Freund. Wenn du zum Beispiel lernst, dass die Wendung "etwas zu essen" auf Albanisch "diçka për të ngrënë" heißt, dann sag das deinem Freund. Er wird dir wahrscheinlich sagen, dass er nicht "për të ngrënë" sagen würde, sondern "për me hangër". Dann bleibt es dir überlassen, wie du es sagen möchtest. Auch falls dein Albanisch-Lehrer auf Hochalbanisch bestehen sollte - du lernst es ja nicht für ihn :-)

Was die Lernmethode betrifft: Geduld ist natürlich schon notwendig beim Sprache Lernen. Grundsätzlich gilt die Regel, besser oft ein bisschen was lernen, als selten viel. Versuche also wenn möglich, dich jeden Tag zumindest kurz mit der Sprache zu beschäftigen: lern ein neues Wort oder einen Satz von deinem Freund; lies eine Seite in einem albanischen Kinderbuch und schlage unbekannte Vokabeln nach; hör zu, wenn sie reden (auch wenn du nichts verstehst), um dich an Klang und Melodie der Spache zu gewöhnen.

Grammatik- und Vokabellernen muss immer ein bisschen parallel laufen, wie ich es auch hier im Blog versucht habe. Ist wie beim Kochen: die besten Kochkünste helfen dir nichts, wenn der Kühlschrank leer ist. Und ein Berg voll Zutaten hilft dir genauso wenig, wenn du nichts damit anzufangen weißt. Ein ausgewogenes Verhältnis von beidem macht's. Setz dich aber mit der Grammatik nicht zu sehr unter Druck, du wirst auch mit falscher Grammatik verstanden. Dieses Satz auch falsch sehr ist, trotzdem verstehen man gut ganz, oder?

Ich wünsche C und allen Lernenden viel Spaß und Erfolg, und ich denke, wir lesen uns bald wieder, denn C's erste Fragemail reicht noch für eine Menge Einträge :-)

Dienstag, 5. Oktober 2010

Vokabeln für den anonymen Frager

Hallo! Zur Frage der Aussprache, die im Kommentar meines Artikels zum Thema Genitiv 2 gestellt wurde: Nachdem mir keine sinnvolle Methode eingefallen ist, schriftlich zu erklären, wie man diese Wörter ausspricht, habe ich sie schnell aufgenommen :-)

Der Vollständigkeit halber auch die Bedeutung dieser Wörter:

zhgënjyer = enttäuscht
ndarë = getrennt
nga = von
tmerrshëm = schrecklich
mbaj = halten

Mittwoch, 15. September 2010

Genitiv - Teil 2

Lösung von gestern:
Der Schatten von Besim. = Hija e Besimit. (besimi = der Glaube)
Der Körper der Frau ist schön. = Trupi i gruas është i bukur.
Ibrahim's Hass ist groß. = Urrejtja e Ibrahimit është e madhe.
Die Teile von Vjollca sind eine Gefahr. = Pjesët e Vjollcës janë një rrezik.

Weiter geht's mit dem Genitiv. Bei allen Beispielen bis jetzt stand das Wort im Genitiv in der bestimmten Form, aber es kann natürlich auch in der unbestimmten Form stehen. Also nicht "der Körper der Frau", sondern "der Körper einer Frau".

In diesem Fall bekommen weibliche Wörter ein -e an den unbestimmten Stamm drangehängt (außer der Stamm endet auf ein -a oder ein -e, dann wird ein -je drangehängt). Daher lautet die Übersetzung von "Der Körper einer Frau": "Trupi i një gruaje."

Ein weiteres Beispiel:
Der Eingang eines Hauses. = Hyrja e një shtëpie.

Männliche Wörter bekommen ihren normalen Artikel drangehängt. Im Genitiv schaut also ein unbestimmtes männliches Wort so aus, wie es im Nominativ bestimmt ausschauen würde.

Beispiel:
Die Nase eines Mannes. = Hunda e një burri.
Ein Artikel eines Österreichers. = Një artikull i një austriaku.

So ist das mit dem Genitiv...

Dienstag, 14. September 2010

Genitiv - Teil 1

Lösung von gestern:
Pjetër - Pjetri
Linditë - Lindita
Besim - Besimi
Vjollcë - Vjollca
Ibrahim - Ibrahimi

Da wir gestern schon mal mit der Form "Besnikut" den Genitiv angesprochen haben, schauen wir uns diesen Fall doch gleich einmal etwas genauer an.

Der Genitiv ist der Herkunftsfall, man verwendet ihn dann, wenn man nach "WESSEN" fragt. Beispiel von gestern: "shtëpia e Besnikut" - wessen Haus? Besnik's Haus, daher steht Besnik im Genitiv.

Vor dem Hauptwort, DESSEN es ist, steht ein Artikel. In der Einzahl sind es die selben, die wir schon aus dem Nominativ kennen: i für männlich, e für weiblich. Wobei sich der Artikel nicht auf den Besitzer bezieht, sondern auf das Objekt. Daher heißt es "shtëpia e Besnikut", weil "shtëpia" ein weibliches Wort ist! Besnik's Buch wäre "libri i Besnikut". Steht das Objekt in der Mehrzahl, lautet der Artikel immer e.

Bei den "Besitzern" tut sich an der Endung etwas. Männliche Wörter bekommen an deren bestimmte Form noch ein -t dran. zB: Ibrahimit, Pjetrit, burrit.
Weibliche Wörter dagegen bekommen an ihre unbestimmte Form ein -s dran. zB: Linditës, Vjollcës, gruas. In der Mehrzahl bekommen beide an den unbestimmten Stamm des Plural ein -ve hinten dran. zB: burrave, grave.

Beispiele:
Das Buch der Frauen. = Libri i grave.
Die Bücher des Mannes. = Librat e burrit.

Kompliziert? Dabei haben wir noch gar nicht alle Möglichkeiten des Genitiv besprochen... aber wie immer gilt: schön langsam immer kleine Happen dazulernen. Üben wir noch ein paar Sätze, damit uns das Formulieren in Fleisch und Blut übergeht (wenn dir Vokabeln fehlen, schau mal im Beitrag von voriger Woche nach):

Der Schatten von Besim. Der Körper der Frau ist schön. Ibrahim's Hass ist groß. Die Teile von Vjollca sind eine Gefahr.

Montag, 13. September 2010

Eigennamen im Albanischen - bestimmt und unbestimmt

In der albanischen Sprache sind auch Eigennamen den grammatikalischen Bedingungen des Satzes unterworfen, sie werden dem Fall angepasst und kommen in der bestimmten und unbestimmten Form vor. Und so kann dann der Name Besnik ("treu") je nach Zusammenhang auch Besniku oder Besnikut geschrieben werden.

Besnik ist die unbestimmte Form des Namens. Sie wird verwendet, wenn du ihn direkt ansprichst: "A je mirë, Besnik?" - "Geht es dir gut, Besnik?"

Besniku ist die bestimmte Form des Namens, mit dem Artikel -u. Zur Erinnerung: am 24.06.10 haben wir gelernt, dass der männliche Artikel normalerweise -i lautet, aber wenn der Wortstamm auf -g, -k, -h, -i oder -e endet, lautet der männliche Artikel -u. Die bestimmte Form des Namens wird verwendet, wenn du mit einer dritten Person über ihn sprichst: "Besniku flet mirë gjuhën shqipe." - "Besnik spricht die albanische Sprache gut."

Besnikut wird in verschiedenen Fällen wie z.B. dem Genitiv oder dem Dativ verwendet: "Kjo është shtëpia e Besnikut." - "Das ist Besnik's Haus."

Als Übung könnten wir bis morgen versuchen, einige unbestimmte Eigennamen in ihre bestimmte Form zu bringen: Pjetër, Linditë, Besim, Vjollcë, Ibrahim